22.01.2016 | Lohnt eine Reparatur oder doch verschrotten

Monitor defekt, was kann man tun

Immer wieder mal werde ich gefragt, ob der defekte Monitor nicht doch repariert werden kann. Und wenn nicht, warum nicht!? — Allerdings taucht diese Frage zunehmend seltener auf. Grund ist vermutlich, dass die meisten schon einmal von geplanter oder künstlicher Obsoleszenz gehört haben. Ob es sich jeweils darum handelt, muss selbstverständlich von Fall zu Fall untersucht und entschieden werden. Aber:

Auffällig ist, dass viele Monitore kurz nach der Zeit der Gewährleistung, also so nach 2-3 Jahren, plötzlich flackern, erst nach Minuten ein Bild bringen oder gar nicht mehr angehen. Verlängert ein Hersteller von sich aus den Zeitraum der Garantie, könnte dies durchaus ein Indiz für bessere Qualität sein.

Vorschaubild
Vorschaubild

Hauptursachen für defekte elektronische Geräte — also nicht nur Monitore — sind in sehr vielen Fällen geplatzte und damit defekte Kondensatoren. Irgendwann halten sie der beim Betrieb entstehenden Abwärme einfach nicht mehr Stand. Und nicht selten entsteht mit jedem Defekt auch gleich noch ein Dominoeffekt — Gerät zu heiß, Kondensator defekt. Kondensator defekt, Strom und Spannung außerhalb der Sollwerte, das Gerät wird noch heißer. D. h., mit nicht kalkulierbaren Folgeschäden ist zu rechnen.

Vorschaubild

Betrachtet man das Innenleben, dann ist der lauernde Tod auch kein Wunder. Zwar haben die meisten (Plastik-) Gehäuse viele Lüftungsschlitze, dass Metallinnenleben aber um so weniger — Hier kommt weder Luft rein, noch Abwärme raus.

Der aus o. g. resultierende schwerkalkulierbare Reparaturaufwand sowie die Preispolitik der meisten Hersteller lassen nicht nur mich zu dem Entschluss und damit der Empfehlung kommen: Auf den Schrott mit dem Gerät.

Dennoch geht es auch anders

Mein Freund Eugen N. z. B. findet das gar nicht gut, geht bei ihm was defekt, kommt es erst einmal auf seinen Basteltisch. Und weil er sich anbot und ich seine Haltung sehr gut nachvollziehen kann, landete auch mein letzter defekter Monitor genau da. Einen Tag später: "Du kannst ihn wieder mitnehmen, er geht."

Vorschaubild

Im Idealfall tauscht er dabei einfach nur die defekten Kondensatoren gegen baugleiche neue. Sind neue nicht zur Hand, tun's aber welche aus der "Schrottkiste". Und sollte die Bauform eine andere sein, der Elektrotechnik ist das letztlich auch egal.

Zugegeben, ein wenig Erfahrung beim Umgang mit dem Lötkolben sollten man schon haben. Auch gehört ein Hauch Hemmungslosigkeit beim Öffnen der unterschiedlichen Platikgehäuse dazu, hat doch jeder Typ die mehr oder weniger empfindlichen Klipps an anderen Stellen.

Vorschaubild
Was soll's, schlimmer als "defekt" geht's nicht. Und was die Platine betrifft: Es sieht schlimmer aus als es ist.

Fazit: Es geht also doch! Und betrachtet man die reinen Materialkosten, so hat die Reparatur quasi nichts gekostet. Wer also über etwas handwerkliches Geschick verfügt, dem sei Mut gemacht — Es lohnt sich.

Vorschaubild

Ich soll Sie schön Grüßen,
von meinem Freund Eugen N.

Themen:    Hardware, Reparatur
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _